Muss Vitamin D immer zusammen mit Vitamin K eingenommen werden?
Die klare Antwort lautet: Nein. Wer Vitamin D ergänzt, muss nicht automatisch Vitamin K dazunehmen. Auch die Verbraucherzentrale in Deutschland weist darauf hin: Für die übliche Vitamin-D-Ergänzung ist die Kombination nicht erforderlich. Ein zusätzlicher Nutzen für die Knochengesundheit ist nicht ausreichend wissenschaftlich belegt.
Häufig wird behauptet, Vitamin K2 sorge dafür, dass Calcium in die Knochen gelangt und sich nicht in den Gefässen ablagert. Das klingt einleuchtend, denn Vitamin K ist an entsprechenden Stoffwechselprozessen beteiligt. Dass zusätzliches K2 bei einer üblichen Vitamin-D-Einnahme tatsächlich Gefässverkalkungen verhindert, ist jedoch nicht ausreichend nachgewiesen. Die Vermarktung als festes Duo kann deshalb eine Notwendigkeit vermitteln, die medizinisch so nicht belegt ist.
Vitamin K nehmen wir normalerweise ausreichend über die Ernährung auf, beispielsweise über grünes Gemüse. Eine gezielte Gabe kann bei einem nachgewiesenen Mangel nötig werden, etwa wenn bestimmte Darmerkrankungen die Aufnahme beeinträchtigen. Neugeborene erhalten Vitamin K vorbeugend zum Schutz vor Blutungen.
Wer dennoch Vitamin K2 ergänzen möchte, sollte ohne ärztliche Verordnung bei höchstens 25 µg täglich aus Nahrungsergänzungsmitteln bleiben – entsprechend dem Höchstmengenvorschlag des Bundesinstituts für Risikobewertung. Das ist keine allgemeine Obergrenze für Vitamin K aus Lebensmitteln. Bei Gerinnungshemmern wie Marcumar muss die zusätzliche Einnahme vorher ärztlich abgestimmt werden.
Und wie ist es mit Vitamin D zur Vorbeugung? Wer einem Vitamin-D-Mangel vorbeugen und das ganze Jahr über regelmässig Vitamin D einnehmen möchte, kann bei entsprechendem Bedarf täglich 800–1.000 internationale Einheiten (IE) einnehmen – das entspricht 20–25 Mikrogramm Vitamin D3. Gerade bei älteren Erwachsenen kann dies eine sinnvolle tägliche Dosierung sein. Ob eine ganzjährige Ergänzung und diese Menge für euch passend sind, besprecht ihr am besten mit eurer Ärztin oder eurem Arzt. Bei einem nachgewiesenen Mangel kann vorübergehend eine andere Dosierung erforderlich sein. Vitamin K muss dabei nicht automatisch ergänzt werden.
Links zur Literatur:
https://www.verbraucherzentrale.de/faq/vitamin-d-besser-mit-vitamin-k2-39144
https://www.bfr.bund.de/stellungnahme/einnahme-hoher-einzeldosen-vitamin-d-ueber-nahrungsergaenzungsmittel-im-abstand-von-tagen-oder-wochen-birgt-gesundheitliche-risiken/
https://www.dge.de/fileadmin/dok/wissenschaft/stellungnahmen/DGE-Stellungnahme-VitD-210803.pdf