Curcumin – High End (4)
Curcumin – eine Diva
Und dann kommt auch noch die Leber
Selbst das wenige Curcumin, das aus dem Darm aufgenommen wird, hat noch eine weitere Hürde vor sich.
Es gelangt zunächst über die Pfortader zur Leber. Dort erkennt unser Stoffwechsel Curcumin als körperfremde Substanz und versucht, es möglichst schnell wasserlöslich zu machen, damit es wieder ausgeschieden werden kann. Dazu werden die Curcuminmoleküle chemisch verändert – vereinfacht gesagt: Sie werden „maskiert“. Das Problem dabei: Das ursprüngliche freie, aktive Curcumin steht dem Körper anschließend nur noch in sehr geringer Menge zur Verfügung.
Und genau deshalb beschäftigen sich Wissenschaftler seit Jahrzehnten mit einer Frage:
Wie schaffen wir es, Curcumin nicht nur ins Blut zu bringen, sondern es dort auch möglichst lange in seiner aktiven Form zu erhalten?
Drei Generationen Curcumin
Die Entwicklung moderner Curcuminprodukte zeigt sehr schön, wie sich die Nutraceutical-Forschung in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt hat.
1. Generation: Curcumin + Piperin
Eine der ersten Ideen war, Curcumin mit Piperin, einem Inhaltsstoff des schwarzen Pfeffers, zu kombinieren.
Piperin kann die Bioverfügbarkeit erhöhen, unter anderem weil es Enzyme beeinflusst, die am Abbau und an der Verstoffwechselung verschiedener Substanzen beteiligt sind.
Genau darin liegt aber auch der Nachteil: Diese Enzymsysteme werden nicht nur für Curcumin benötigt, sondern spielen auch bei der Verarbeitung zahlreicher anderer Stoffe und Medikamente eine Rolle.
Aus heutiger Sicht ist eine solche unspezifische Beeinflussung des Leberstoffwechsels deshalb keine besonders elegante Lösung.
2. Generation: Curcumin mit synthetischen Emulgatoren
3. Generation: moderne natürliche Trägersysteme
Bei Curcuminprodukten der dritten Generation versucht man nicht mehr, den körpereigenen Stoffwechsel möglichst stark zu blockieren.
Stattdessen wird das Curcumin selbst technologisch so verändert beziehungsweise umhüllt, dass es vom Körper wesentlich besser aufgenommen werden kann.
Ein Beispiel dafür ist Longvida® Solid Lipid Curcumin.
Entscheidend ist nicht, wie viel Curcumin auf der Packung steht
Und genau hier liegt ein häufiger Denkfehler.
Ein Curcuminprodukt mit einer besonders hohen Milligrammzahl muss nicht automatisch besser sein als ein Produkt mit einer niedrigeren Dosierung.
Denn entscheidend ist nicht nur:
Wie viel Curcumin nehme ich ein?
Sondern vielmehr:
Wie viel davon gelangt tatsächlich in meinen Blutkreislauf?
Wie viel bleibt dort biologisch verfügbar?
Und wie lange steht es meinen Zellen in aktiver Form zur Verfügung?
Curcumin ist eines der schönsten Beispiele dafür, warum bei modernen Nutraceuticals nicht allein der Rohstoff über die Wirkung entscheidet.
Die Formulierung macht den Unterschied.
Bleibt dran …
Prof. Dr. Dorothee Gänshirt
Geschäftsführerin BENEGANIC GmbH