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Veröffentlicht von Dorothee Gaenshirt am 04. October 2026

Curcumin – viele Talente (3)

HINTER DEM ROHSTOFF
Hallo Ihr Lieben,
Prof. Dr. Dorothee Gänshirt

beim letzten Mal haben wir uns angeschaut, warum Entzündungen lebenswichtig sind – und weshalb sie zum Problem werden können, wenn sie chronisch oder „still“ werden.

Heute kommen wir zu einer Frage, die mich besonders fasziniert: Was kann Curcumin eigentlich? Und wie schafft es ein Pflanzenstoff, an so vielen unterschiedlichen Stellen im Körper anzusetzen?


Curcumin – ein kleiner Pflanzenstoff mit erstaunlich vielen Angriffspunkten

Kugel-Stab-Modell eines Curcuminmoleküls

Wenn wir von Curcumin sprechen, sind häufig Extrakte gemeint, die mehrere eng verwandte Pflanzenstoffe enthalten: die sogenannten Curcuminoide. Die drei wichtigsten sind Curcumin, Demethoxycurcumin und Bisdemethoxycurcumin. Sie geben der Kurkumawurzel ihre charakteristische gelbe Farbe.

Doch hinter dieser Farbe steckt eine spannende Biologie. In Laboruntersuchungen können diese Stoffe Prozesse innerhalb von Zellen beeinflussen: Welche Gene werden aktiviert? Welche Botenstoffe entstehen? Wie stark läuft eine Entzündungsreaktion ab?

Dabei greifen sie in mehrere miteinander verbundene Signalwege ein. Vereinfacht gesagt können sie entzündungsfördernde Signale abschwächen und Vorgänge beeinflussen, die mit Zellstress, Zellwachstum und Zellüberleben zusammenhängen. Viele dieser Mechanismen kennen wir bislang vor allem aus der experimentellen Forschung.

Genau darin liegt für mich die Faszination: Ein Pflanzenstoff kann an mehreren Stellen eines biologischen Netzwerks ansetzen, dessen Zusammenhänge wir immer besser verstehen.

Goldene Molekülillustration zum Thema Curcumin im Körper

Besonders spannend ist der Blick auf das Gehirn. In Tierstudien wurde gezeigt, dass Curcumin die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Das macht es für die Forschung zu Entzündungsprozessen und altersbedingten Veränderungen im Gehirn interessant. Wie sich solche Erkenntnisse beim Menschen nutzen lassen, wird weiter untersucht. Auch mögliche Auswirkungen auf depressive Symptome und Ängstlichkeit sind Gegenstand klinischer Studien.

Zu den klinisch sehr gut untersuchten Anwendungsgebieten gehört auch die Arthrose, insbesondere die Kniearthrose. Studien mit bestimmten Curcuminpräparaten berichten über weniger Schmerzen und Verbesserungen bei Steifigkeit und Gelenkfunktion – Beschwerden also, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können.

Auch der Stoffwechsel steht im Fokus. Bei Menschen mit Prädiabetes oder metabolischem Syndrom wurden beispielsweise günstige Veränderungen von Blutzuckerwerten, Blutfetten und bestimmten Entzündungsmarkern beobachtet.

Doch zwischen einer spannenden Wirkung im Labor und einem gesundheitlichen Nutzen liegt eine entscheidende Hürde.

Abstrakte Zellillustration zum Thema Bioverfügbarkeit

Ein Pflanzenstoff muss nach der Einnahme in ausreichender Menge an den Stellen ankommen, an denen er wirken soll. Und genau hier erweist sich Curcumin als kleine Diva: In seiner ursprünglichen Form ist es schlecht wasserlöslich, wird in seiner herkömmlichen Form nur begrenzt aufgenommen und schnell wieder verstoffwechselt.

Deshalb spielt die Bioverfügbarkeit eine wichtige Rolle – also die Frage, wie viel eines Stoffes nach der Einnahme im Körper verfügbar wird. Unterschiedliche Formulierungen können hier erhebliche Unterschiede machen. Für den tatsächlichen gesundheitlichen Nutzen zählen zusätzlich die klinischen Studien mit dem jeweiligen Präparat.

Damit bekommt die Frage „Was kann Curcumin?“ eine zweite, ebenso spannende Seite: Kann jedes Curcuminprodukt gleich viel?

Und genau darum geht es beim nächsten Mal:

Warum Curcumin nicht gleich Curcumin ist – und weshalb die richtige Formulierung den entscheidenden Unterschied machen kann.

Bleibt dran …

Bleibt gesund und herzlichst Eure Dorothee Gänshirt

Prof. Dr. Dorothee Gänshirt
Geschäftsführerin BENEGANIC GmbH

BENEGANIC

Ganzheitlich. Wirksam. Nachhaltig.

Autor:

Dorothee Gaenshirt